Die Raummaschine

Zukunft – Maschine – Wissen

Die Raummaschine

Über die Erkundung des ICC zur Feier von 70 Jahre Berliner Festspiele mit THE SUN MACHINE IS COMING DOWN

Die künstlerische Intervention THE SUN MACHINE IS COMING DOWN verändert mit einem Schlag die Wahrnehmung des International Congress Center – ICC – zwischen Neue Kantstraße und Messedamm. Plötzlich erstrahlt die massive Fassade mit Aluminiumverkleidung des einst angezweifelten Bauwerks von Ursulina Schüler-Witte und Ralf Schüler als „High-Tech-Architekturikone von 1979“. Es sollte für das Architekt*innenpaar aus Berlin der einzige Großauftrag in diesen Dimensionen bleiben. Ursulina Schüler-Witte hat zwischenzeitlich ihr 88. Lebensjahr vollendet und nicht nur Thomas Oberender, der scheidende Jubiläums-Intendant der Berliner Festspiele, wünscht sich, dass sie vielleicht in einem Talk in den verbleibenden 6 Tagen der künstlerischen Intervention doch noch sprechen möge. Eine Feier durch das insbesondere jüngere Publikum wie etwa Architekturstudent*innen wäre Ursulina Schüler-Witte gewiss.

In dieser Besprechung werde ich mich zunächst der Architekturikone in Außen- und Innenarchitektur widmen, um in einer weiteren ausführlicher auf das vielfältige künstlerische Programm einzugehen. Licht ändert alles! Im morgendlichen Gegenlicht erstrahlt die Raummaschine ICC noch nicht so sehr wie am Abend im weißen LED-Scheinwerfer. Als das ICC nach 4 Jahren Bauzeit am 2. April 1979 mit Sonderpostwertzeichen, einem Konzert der Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Herbert von Karajan, der Satire Kongresse von Ephraim Kishon und Swinging Party eröffnet wurde, waren LED-Scheinwerfer noch Utopie. Gleichwohl beanspruchte die Außen- wie Innenarchitektur mit Glühbirnen einen Anspruch auf die Zukunft und High Tech. In den 70er Jahren träumten nicht nur Ursulina Schüler-Witte und ihr Mann Ralf Schüler von einer verschwenderischen Zukunft unbegrenzter elektrischer Energie, einer autogerechten Stadt, verchromten Stehtischen mit grünen Tischplatten, verchromten Sesseln und einer „Dialogmaschine“. Seit 2019 ist das ICC in seiner Architektur und Ingenieurskunst denkmalgeschützt.

Die Architektur des ICC sollte ein Versprechen auf die Zukunft sein. Diese Zukunft West-Berlins und der Bundesrepublik Deutschland, von Berlin aus West-Deutschland genannt, entsprang den Wissensräumen einer Gegenwart, die zwar schon die Ölpreiskrise von 1973 kannten, während welcher ab dem 25. November 1973 ein sonntägliches Fahrverbot aus ökonomischen Gründen verhängt wurde, aber den technologischen Zukunftsvisionen wenig anhaben konnte. Ob Rolltreppen oder ausklappbare Schreibpulte mit Leselampen von AEG-Telefunken in allen Sälen, ob verchromte Stühle und Tische, alles wirkt verschwenderisch massiv und materiell. Die Raummaschine ICC strahlt einen bruchlosen Materialismus aus. Sie ist kombiniert aus Maschinen aller Formen und Größen.
WE SCANNED THE SKIES WITH RAINBOWS EYES AND SAW MACHINES
OF EVERY SHAPE AND SIZE
AND PETER TRIED TO CLIMB ABOARD BUT THE CAPTAIN SHOOK HIS HEAD
AND AWAY THEY SOARED

THE SUN MACHINE IS COMING DOWN AND WE’RE GONNA HAVE A PARTY OH OH OH … (David Bowie)

David Bowies Schlusszeile und Refrain aus dem Song MEMORY OF A FREE FESTIVAL vom Ziggy’s Stardust Album SPACE ODDITY aus dem Jahr 1969 gibt einen Wink auf die Medialisierung der Zukunft mit Aluminium, Chrom und runden Formen bis zum beige-gepunkteten Teppichmuster.[1] Das erinnert einerseits an die große David Bowie-Ausstellung der Berliner Festspiele 2014 im Gropius Bau und andererseits an das Farbschema Beige, Orange, Grün. Orange wurde hipp. Bowie spielte Memory of a Free Festival auf einer billigen Rosedale Electric Chord Organ für Kinder, also einem einfachen elektrischen Harmonium mit einem verwaschenen Klang, der gleichwohl zukunftsweisend klingen sollte. Es sind eher beruhigende Akkorde zum Sprechgesang, der in die orchestral aufgeladene Schlusszeile mündet, als hebe nun ein halluziniertes Raumschiff ab, obwohl im Text vom Gegenteil, nämlich der Landung, die Rede ist.

Das Farbschema Orange und Grün hat sich gehalten. Beige wurde zwischenzeitlich als Rentnerfarbe oder als gar keine Farbe abgewertet. Farben sind immer eine Frage der Belichtung. Vor allem die Zugänge zum ICC und zu den Sanitärbereichen wurden in massivem Orange gekachelt. Die Zugänge in der Signalfarbe versprachen einst Sensationen, Sauberkeit und Strom. Das satte Grün der Stehtischplatten eher in Richtung Spinat unterstrichen den Wunsch nach materiellem Pop. Insgesamt tendiert die Farbgebung der Innenausstattung zum Willen nach einer Freiheit verheißenden Farbigkeit. Diese explosive Farbigkeit lässt sich mit David Bowies „Sun Machine“ als ein halluzinatorischer Trip unter Drogeneinfluss lesen, weshalb der Song auch oft als psychedelisch beschrieben wurde. Beige ginge heute vielleicht schon wieder als Naturfarbe und Öko durch. Die rundgeformten, roten und blauen Leuchtstoff- oder Neonröhren im Foyer verkörpern den Willen zur Farbe als Leitsystem und Gegenentwurf zum feudal-bürgerlichen Lüster.

So wie jetzt wird das ICC vermutlich nie wieder erleuchtet sein. In der Farbgebung war das ICC der klare Gegenentwurf zum am 23. April 1976 eröffneten Palast der Republik in Ost-Berlin auf dem Areal des weggesprengten Berliner Schlosses. „Erichs Lampenladen“ fehlte vor lauter sozialistisch-staatstragender Seriosität der Wille zum Pop und zur Bewusstseinserweiterung. Die Architektursprache des ICC von Ursulina Schüler-Witte und Ralf Schüler war immer auch in die Politik verstrickt und deshalb politisch. Das große Foyer auf der Ebene 2 bietet mit den Rolltreppen die Ästhetik eines Flughafens. Nie kann man sich ganz sicher sein, ob die Raummaschine zum nächsten Raumschiff führt oder selbst gleich abheben wird. Von fern weht ein Hauch von „Zeppelinkanzel“ und Zeppelin-Design der verchromten Sessel mit schwarzem Leder durch das ICC.[2] Denn, wie verschiedentlich selbst von Ursulina Schüler-Witte erwähnt wurde, orientierte sich Ralf Schüler am Design von Ozeanlinern, Zeppelinen und Flugzeugen, wie sich 2017 Marietta Schwarz erinnerte:
„In Schülers Arbeitszimmer hingen Dutzende Modellbau-Zeppeline und -Flugzeuge von der Decke herab.“[3]

Die Rolltreppen als Maschinen der Beschleunigung und Bequemlichkeit sind neben den Aufzügen auf allen Ebenen präsent. Das Maschinenmodell der Rolltreppe ist auf vertikale Beschleunigung ausgerichtet. Sie sind Verkehrsadern und gleichzeitig von robuster Materialität, die wie man nur allzu gut von Berliner U-Bahnhöfen weiß, störanfällig sind. Sind heute überhaupt noch Kongresshallen und Flughäfen ohne Rolltreppen und Fahrstraßen z.B. wie auf der Frankfurter Messe denkbar? Das ICC sollte 1979 mit Borsig, Siemens, Flohr, AEG-Telefunken, Eternit, früher Deutsche Asbestzement AG etc. eine Leistungsschau der Berliner Wirtschaft werden. Was sich heute allerdings noch viel dringender als Frage stellt: Sind Rolltreppen nicht wenig effiziente Energiefresser, die in Zeiten der Digitalisierung nur den Anschein von Schnelligkeit vermitteln? Die Raummaschine ICC wird in der Vertikalen von den Rolltreppen des einstigen Berliner Unternehmens Flohr Otis durchschnitten und verbunden, um große Besucherströme zu kanalisieren.[4] Im Unterschied zu Aufzügen, die fast schon Flugmaschinen sind, wird der räumliche, wirtschaftliche und soziale Aufstieg mit der Rolltreppe zelebriert. Nach dem zweiten Lockdown von November 2020 bis Juni 2021 wirken die fast leeren Rolltreppen während der künstlerischen Intervention ein wenig gespenstisch. Natürlich kommen die Besucher*innen nur nach Zeitfenstern in den Raum.

Die Zukunft, wie wir sie zwischenzeitlich kennengelernt haben, ist von Transparenz und Fluidität durchdrungen. Unter der Aluminiumverschalung schlummert beim ICC dagegen ein massiver Betonkoloss, der der Architekturgattung Brutalismus alle Ehre macht.[5] Doch im Unterschied beispielsweise zum Hauptgebäude der Schering AG im Wedding von 1973 stellen Schüler-Witte keine Betonflächen zur Schau. Zwischen High-Tech-Architektur und Brutalismus liegt ein schmaler Grat. Was sich heute als High-Tech-Architektur beschreiben lässt, wurde 1979 im Katalog zur Eröffnung unter der Überschrift ICC durch die technische Lupe betrachtet staubtrocken in einem Ringen um Vergleiche für die Größe und Masse formuliert:
„Da gerade von den verbauten Stahlmengen die Rede ist, sei erwähnt, daß allein für die Stahlbetonarbeiten 21.000 Tonnen Bewehrungsstahl von sechs Millimeter Stärke „draufgingen“. Man stelle sich das Ganze als einen durchgehenden Stahlstrang vor, was eine Länge von 57.000 Kilometern ergäbe. Ein Gürtel überreichlich selbst für den dicken Bauch des Äquators…“[6]

Das „Informations- und Leitsystem“ lässt die Nähe der Kommunikationsmaschine zur Flughafen-Architektur erkennen. Die funktionalen, zylindrischen Treppenhausbügel haben Schüler-Witte und Schüler nach außen verlagert, als sollten die Verkehrsadern für die Menschenströme besonders herausgearbeitet werden. Verkehrsknotenpunkte wie das ganze Gebäude über der Stadtautobahn, die gleich neben den Bahngleisen des ehemaligen Bahnhofs Witzleben entlangführt, generieren vermeintlich Kommunikation, während sie gleichzeitig zu ihrem Problem werden, weil der Verkehrslärm die Raumakustik stört. Zwar lag der Bahnhof Witzleben nach 1944 still und wurde erst 2002 wieder mit der Ringbahn geschlossen, doch Verkehrsströme wurden als Treffpunkte für die Kommunikation gedacht und konzipiert.
„Das ILS des ICC Berlin: Optische Leitspurelemente – rot für die linke, blau für die rechte Spur – dienen der Grundorientierung gleich beim beim Betreten der Eingangshalle. Die weitere Wegführung ist im wesentlichen elektronisch programmiert. Sie besteht unter anderem aus bestimmten, ebenfalls farbig leuchtenden Informationspunkten und rechnergesteuerten Fallblattaggregaten, wie sie als Anzeigentafeln von den Flughäfen bekannt sind.“[7]

Der Treffpunkt im ICC und seine skulpturale Gestaltung über 3 Ebenen als Materialisierung der „Dialogmaschine“ ist für THE SUN MACHINE IS COMING DOWN besonders hell ausgeleuchtet, als ob hier die „SUN MACHINE“ erstrahle. Rohre, Ringe und Scheiben bilden eine hängende Kugelskulptur. Leider ist sie Friedrich Kittler wohl nie direkt aufgefallen. Vielleicht war sie nie hell genug ausgeleuchtet. Nun aber hätte hier Friedrich Kittler den antiken oder gar platonischen Kugelmenschen als Ideal kommunikativer Verschmelzung entdecken können. Die Künstlerin Joulia Strauss adressiert sich im Unteren Foyer mit „Schatten“ und im Saal 6 mit „Seelenreisen“ zum 10 Todestag des Medienphilosophen an Friedrich Kittler. Licht, LED-Scheinwerfer, Kugelform, Röhren, Ringe und Scheiben stellen die Kommunikation in Schönheit dar.
„Schönheit ist nur, wenn sie (mit den Griechen) aus der Zahl erblüht – das verbündet mich mit Joulia Strauss und Peter Weibel.“ Friedrich Kittler, Private Email[8]

Das ICC als Kommunikationsmedium, um einmal an Friedrich Kittler anzuknüpfen, generierte unterschiedlichste Formen von Wissen. Der Treffpunkt generiert Zahlen nach wechselnden Uhrzeiten aus aller Welt. Unter der Treffpunktskulptur sind Digitaluhren mit Städtenamen aus aller Welt angebracht. Der Treffpunkt sollte zugleich die Schaltzentrale der Wissensformate sein. Bis 2011 fanden im ICC z.B. die Kongresse der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)[9] ebenso wie Parteitage der FDP oder der 1. Deutsche Kommunikationstag des Bundes Deutscher Werbeberater vom 23. bis 25. Mai 1979 statt. Eine Kunstmesse fand hier wohl niemals statt. Allerdings wurde das ICC 2015 auch zum Treffpunkt und zur Unterkunft von Geflüchteten. Später kamen Geflüchtete, um von Mitarbeiter*innen des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) betreut zu werden. Aber nie strahlte der Treffpunkt wie jetzt. Kommunikationsmedien formen Wissen. Für Schüler-Witte waren die Kommunikationsmedien materiell bis zum vorgesehenen U-Bahnanschluss, der nie gebaut wurde. Kommunikationsmedien brauchen Schnittstellen oder Kreuzungspunkte, an denen das Wissen ein um das andere Mal umschlagen kann.

Unter der Hauptstraßenkreuzung von Messedamm, Masurenallee und Neue Kantstraße entstand eine Unterführung für Fußgänger mit orangegekachelten Säulen, die zweifelhaften Ruhm, bisweilen allerdings auch Hollywood-Ruhm erreichte.[10] Das Gespür für die Farbe Orange als Signatur der Pop-Moderne und ihrer Schrecken flacher, weitläufiger Räume wurde hier zur Ikone. Im Vergleich mit den Medien Facebook, Twitter, WhatsApp, Telegram und Co. waren sie allein schon aus materiellen Gründen schwerfällig. Im Algorithmus der digitalen Medien regiert die Zahl, die i.d.R. nicht poetisch wie bei Kittler gewendet wird.
„Und das heißt, es gibt einen Weg, in dem das Wissen gelehrt werden kann. Das Wissen ist die Wissenschaft und der Weg ist die Kunst. Philolaus von Kroton hat geschrieben: Der Oktave Größe ist Quinte und Quarte. Das heißt: 2 zu 1 gleich 4 zu 3 mal 3 zu 2 und das bleibt wahrhaft bis über das Ende des Universums hinaus. Das ist die wahre Mathematik. Daraus schloss Philolaus, dass in allen diesen schönen Tonverhältnissen eine gerade Zahl sich verhält zu einer ungeraden Zahl. […] Wenn man eine große Zahl durch zwei teilt, bleibt etwas in der Mitte.“[11]   

Saal 2, der sich durch eine Art Zahnradmaschine mechanisch vom Auditorium in einen Ballsaal verwandeln lässt, verkörpert wohl am eindrücklichsten die Spätphase der analogen Maschinen. Die Zuschauertribüne lässt sich durch massive Ketten, die als Design ausgestellt werden, nach oben ziehen, um eine riesige Tanzfläche freizugeben. Wir wissen nicht, wann diese ebenso massive wie an ein Fahrgeschäft im Freizeitpark erinnernde Konstruktion zuletzt effektvoll eingesetzt wurde. Allein aus statischen Gründen brauchte es dafür vermutlich sehr viel Stahlbeton, der mehr oder weniger für die Ewigkeit verbaut wurde. Julia Stoschek schwärmte auf der Pressekonferenz von der „unfassbar großartigen Architektur“ des ICC, die jetzt für die Kunst quasi als Ausstellungsarchitektur geöffnet worden ist. – Sie wird in alle Ewigkeit so nie wieder zu erleben sein. Allein schon wegen des Herstellungs- und Vertriebsverbots von Glühbirnen mit geringer Lichtausbeute.

Es gibt einen Text zum Entwurf und zur Planung des ICC, der bereits von seinem Titel her die Architektur als einen Pragmatismus des „komplexe(n) Problemlösungsprozess(es)“ beschreibt.[12] Als Autor*innen kommen Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte in Frage. Einerseits wird eröffnend der „Bereich der zwischenmenschlichen Kommunikation, seiner Technik und Technologie (…) für unsere Gesellschaft“ hervorgehoben.[13] Andererseits wurde beim Baubeginn klar, dass eine „vollständige Durcharbeitung bis in alle Details hinein (…) nicht mehr zu realisieren war“.[14] Demnach verdanken sich die außenliegenden Treppenhäuser einer Problemlösung der „Bauakustik“, während ihr visueller Effekt ein ganz anderer werden sollte:
„Die Konstruktion besteht (…) aus acht außenliegenden Doppeltreppenhäusern, auf denen ein aus Neoprenlagern gelagertes, räumliches Dachtragwerk aufliegt.
Die Wände hängen aus bauakustischen Gründen an den schrägen Dachflächen und berühren an keiner Stelle den Innenbaukörper aus Stahlbeton, der wiederum auf Neoprenlagern auf nur wenigen Stützen aufliegt. Hierdurch wurde eine Art Haus-in-Haus-Bauweise erreicht, die die äußeren Störeinflüsse des umgebenden Verkehrs eliminieren.“[15]  

Unterschiedliche Wissensbereiche wie Akustik, Statik, Kommunikation, Verkehr, Wirtschaft, Politik und Optik generierten insbesondere durch die Baupraxis der Problemlösungen ein einzigartiges „Bauwerk“, für das es „kein Vorbild“ gab.[16] Gleichwohl waren sich die Architekt*innen bewusst, dass sie eine „Stadtskulptur“ geschaffen hatten, die in ihrer Ikonographie selbst in weitere Prozesse der Wahrnehmung zwischen „High-Tech-Architektur“, „Palast der Bundesrepublik“ oder Raummaschine weiter geschrieben wird. Energieeffizienz, Klimawandel, Digitalisierung konnten als Wissensformationen noch gar nicht bedacht werden. Auch das Asbestproblem nicht. Das ICC und seine gegenwärtigen Probleme sind ein Emblem für den Wissenswandel der letzten 50 Jahre. Wenn sich nun eine kreative Diskussion um die Raummaschine ICC entspinnen wird, muss es darum gehen, mit dem aktuellen Wissen einen neuen Prototyp zu entwickeln.

Torsten Flüh

70 Jahre Berliner Festspiele
THE SUN MACHINE IS COMING DOWN
bis 17.10.2021  


[1] Siehe Torsten Flüh: Bowie zwischen Jean Pauls Roquairol, Verbasizer und multiplen Lesen. Zur Ausstellung DAVID BOWIE im Martin-Gropius-Bau. In: NIGHT OUT @ BERLIN Mai 21, 2014 16:51.

[2] INTERVIEW: Ursulina Schüler-Witte zum Bierpinsel. In: Moderne Regional 17.04.2016 19:53.

[3] Marietta Schwarz: Rot muss er bleiben. Bierpinsel-Architekt Ralf Schüler im Gespräch mit Marietta Schwarz. In: BauNetz 04.092017.

[4] Der wenige Jahre zuvor konzipierte Flughafen Otto Lilienthal, Berlin Tegel, wurde nur mit Fahrbahnen und Brückenstraßen, aber ohne Rolltreppen konzipiert. Siehe Torsten Flüh: Der Geist der Zahl. Über Zahlen in Zeiten der Pandemie und im Roman Die Pest von Albert Camus. In: NIGHT OUT @ BERLIN 29. April 2020.

[5] Zum Brutalismus siehe: Torsten Flüh: The Beauty and The Logic of Brutalism. Zur Zukunft der Wissenschaft anhand des Brutalismus. In: NIGHT OUT @ BERLIN 23. Februar 2021.

[6] (ohne Namen): ICC Berlin durch die technische Lupe betrachtet. In: AMK Berlin (Hg.): Internationales Congress Centrum Berlin. Berlin 1979, S. 116. (Als Autoren werden auf S. 2 aufgeführt: Jack-Harry Black, Ephraim Kishon, Michael Lichy, Peter Raabe, Ralf Schüler & Dipl.-Ing. Ursulina Schüler-Witte, Chris Sommer.)

[7] Ebenda S. 118.

[8] Zitiert nach Joulia Strauss: An Friedrich Kittler. In: Arts of the working class. Extrablatt Issue 18, September 2021, S. 45-46.

[9] Siehe Pressemeldung: ICC Berlin: Kongress der DGPPN bis 2011 jährlich in Berlin Größte wissenschaftliche Tagung in Europa zu psychischen Erkrankungen bleibt am Kongressstandort Berlin. In: Presseportal 18.11.2008 – 09:20.

[10] VisitBerlin: Unterführung am Messedamm – diverse Filme. Berlins heimlicher Filmstar. In: VisitBerlin Drehorte.

[11] Friedrich Kittler, in: Viktor Mazin, Joulia Strauss, Alexander Wahrlich (Hrsg.), Kabinet Man-Machine, St. Petersburg, Skythia Publishing, 2003, S. 222. In: Joulia Strauss: An … [wie Anm. 6] S. 46.

[12]  (ohne Namen): Ein komplexer Problemlösungsprozess: Entwurf und Planung des Internationalen Congress Centrums Berlin – ICC Berlin. In: AMK Berlin (Hg.): Internationales … [wie Anm. 6] S. 63.

[13] Ebenda.  

[14] Ebenda S. 71.  

[15] Ebenda S. 78.

[16] Ebenda.

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